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30. März, der Spargel sprießt in Widdendorf

Spargelanbau in Elsdorf?
Jawohl, und das schon seit 5 Jahren und schon im März,
wenn der konventionell angebaute Spargel noch schläft.

Spargel ist eine spannende Sache.
Da schläft die Spargelpflanze tief in der Erde,
wird bei steigenden Temperaturen im Frühjahr wach
und schickt einen Spross nach oben ans Tageslicht.
Der soll mal gucken, ob es schon Zeit ist.
Und wenn ja, bitte einen kleinen Busch bilden mit zarten Blättchen dran
zwecks Photosythese.

Und was macht der Spargelbauer?
Er häufelt die Erde über der Pflanze an,
sodass der arme Spross sich 40cm hoch durch die Krume quälen muss.
Ganz weiß ist der Spross,
denn er hat ja überhaupt noch kein Licht gesehen.

Kaum hat er es endlich geschafft und sein Kopf schaut aus der Erde ...

... kommt einer mit einem langen Messer, schneidet ihn unten an der Pflanze ab.

... und zieht ihn raus.
Ja toll, kann die Pflanze von vorn anfangen.
Und das macht sie auch, immer wieder

Die Arbeiter haben eine ganz schöne Geschwindigkeit drauf, da komme ich gar nicht mit.

Kann ich das langsamer haben?

OK: ausbuddeln, Kopf festhalten (aber nicht zu fest, sonst bricht er ab) ...

... und - zack! - abstechen.

Danach wird das Loch wieder schön zugemacht

Zwei Lagen Plastikfolie schützen die Spargelköpfe vor Licht und Kälte

Eine Spargelspinne hebt die Folie an,

... und senkt sie nach dem Stechen wieder ab.
Spargelköpfe, auf die die Sonne scheint, werden lila und verlieren an Qualität.

Deshalb wird Spargel morgens früh gestochen.

Die hier arbeiten zu zweit und da haben sie schon die ersten Kisten voll ...

... und die erste Reihe haben sie schon durch.

Da geht es zügig weiter an die zweite Reihe.

Und das hier ist der Grund,
warum der Spargel in Widdendorf so früh wach wird:

Fußbodenheizung.

Und für den Fall, dass jemand eine Reihe Spargel
in seinem Garten setzen will,
hier die Anleitung:

Man nehme eine vorgezogene Spargelpflanze

und einen Spargelpflanzer mit einer speziellen Vorrichtung
für die gleichzeitige Verlegung der Wasserrohre.

Dann braucht man nur noch ein paar Rollen Wasserrohr
einen Traktor und ein paar Helfer, und schon kanns losgehen:

Das Rohrende gut umknicken und verschließen
(damit keine Mäuse oder Dreck reinkommen und es verstopfen) ...

... dann einfach losfahren.

Die Pflanzen werden einzeln auf ein Rad gelegt,
das sich dreht und sie in den Boden drückt.

Sehr ihr? Ganz einfach.

Dann die Wasserrohre mit Pumpen zum Beispiel an die Wiebachleitung anschließen
und per App auf dem Handy immer schön die Bodentemperatur
in drei verschiedenen Bodentiefen und an der Oberfläche im Auge behalten.

Oder einfach Spargel kaufen. Jetzt ganz frisch.

Entweder hier in Widdendorf oder in Angelsdorf,
der Riesenspargel weist den Weg.

Im Juni, meist am 21., ist dann Feierabend.
Die Spargeltriebe werden nicht mehr gestochen und dürfen durchschießen.
Sie bilden dann endlich die grünen Büsche und versorgen die Pflanze mit allem,
was sie braucht, um sich zu erholen und im nächsten Jahr wieder Spargel zu produzieren.

Also - jetzt oder nie!

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